„Und täglich grüßt das Murmeltier“

wB wird Sechster beim Königsbeach und bayerischer Vizemeister, verpasst aber die DM-Qualifikation

Die Beach Bazis fühlen sich ein wenig in der Rolle von Phil Connors, der in einer Zeitschleife gefangen immer wieder denselben Tag erlebt. Ähnlich ergeht es den Handballerinnen des TSV Schleißheim, die sich in der Dauerschleife bereits früh im Turnier (Gruppenphase und Viertelfinale) den Favoriten Brüder Ismaning 1 und den Beach Moskitos Weingarten stellen müssen. Statt um die Topplatzierungen kämpfen die Bazis im Anschluss nur noch um die Plätze fünf bis acht.

„Das ist doch zum Kotzen!“, war Trainer Dominik Stelzer über den unglücklichen Verlauf der Beachsaison 2026 enttäuscht: „Auch in Königsbrunn treffen wir früh auf die beiden Finalisten.“

Die erste Hiobsbotschaft erreichte die Bazis am Freitagabend, als Lara krankheitsbedingt ihre Teilnahme absagen musste. Nach dem bereits feststehenden Ausfall von Emma mussten die Schleißheimerinnen im ersten Spiel gegen die Beach Moskitos 2 umstellen und improvisieren. Getragen von einer überragenden Defensivleistung um Ida, Lena, Anna und Hannah im Tor fanden Lisa, Selina, Natana mit den Shootern Helli, Marie und Sarah immer wieder gute Lösungen im Angriff. Konnte man sich im ersten Satz früh absetzen und die Führung souverän verwalten, dauerte es im zweiten Satz ein wenig länger, bis man das Spiel auf seine Seite ziehen konnte. Trotz aller Umstände stand am Ende ein ungefährdeter und hochverdienter 2:0-Erfolg (18:8, 14:8).

Im zweiten Gruppenspiel traf man – wie fast immer – auf die Brüder Ismaning 1. Emma stieß rechtzeitig zum Team dazu. Es entwickelte sich ein hochklassiges Spiel auf Sand, in dem die Bazis lange Zeit vorlegen konnten. Erst in der Crunchtime machte man den ein oder anderen Fehlwurf zu viel. Geknickt vom Satzverlust verschlief man den Beginn des zweiten Durchgangs ein wenig. Diesen Rückstand konnte die Bazis nicht mehr aufholen, so dass am Ende eine knappe 0:2-Niederlage (20:24, 16:24) stand.

Am Samstagabend dann die erfreuliche Nachricht: Lara ging es besser und sie reiste am Sonntag nach. Es ging regelrecht ein Ruck durch das Team, der sich im ersten Satz gegen die Beach Moskitos 1 entlud. Beide Teams brannten ein Feuerwerk nach dem anderen ab, Beachhandball auf allerhöchstem Niveau. Jeder Fehler konnte die Entscheidung bringen. Die Beach Bazis schafften es, den ersten Satz auf ihre Seite zu ziehen und knapp mit 22:20 für sich zu entscheiden. Schnelle und mutige Entscheidungen aller Beteiligten auf und neben dem Feld waren der Schlüssel zum Erfolg. Die Euphorie war riesig und die Trainer mahnten zur Konzentration. Aber der Druckabfall in der Pause war ein wenig zu stark: Im zweiten Satz kam man lange Zeit gar nicht ins Spiel und so stand es nach vier Minuten bereits 0:6. Ein TimeOut und eine weitere Umstellung brachten die spielerische Leichtigkeit und den Glauben zurück. Die Bazis drehten das Spiel auf 8:6 und hatten plötzlich wieder alles in der eigenen Hand. So schnell, wie man die Kontrolle erlangte, so schnell verlor man sie dann aber auch wieder. Völlig unerklärlich kam wieder ein Bruch ins Spiel und man verlor den zweiten Satz mit 14:8. Die Folge: 1:1 – ShootOut.
Starke offensive Torfrauen und knappe Würfe bestimmten das ShootOut. Mal rutschte der Ball noch knapp über die Linie, mal blieb er davor liegen oder sprang durch eine Kuhle im Sand an den Pfosten. Es war nervenaufreibend und nach fünf Schützinnen war noch keine Entscheidung gefallen (4:4). Erst nach der sechsten Werferin fiel die Entscheidung. Die Moskitos legten vor (6:4) und der Ball der Bazis endete unglücklich am Aluminium. Aus im Viertelfinale, die Enttäuschung war riesig.

In der Vorschlussrunde um die Plätze fünf bis acht warteten die BeachTigers aus Geislingen. Im ersten Satz spielten sich die Bazis regelrecht in einen Rausch. Getragen von einer starken Defensive zeigten die Mädels vorne Spaß und Spielfreude. Zum Ende hin wurden dann auch Doppelkempa ausprobiert. Mit 28:10 spielte man einen nahezu fehlerfreien Durchgang. Die Euphorie war wieder riesig und die Mannschaft ließ sich nur schwer einfangen. Folgerichtig fanden die Bazis nach dem Seitenwechsel nur schwer ins Spiel zurück und liefen lange einem Rückstand hinterher. Erst in der Crunchtime erlangte man den Zugriff aufs Duell zurück und hatte mit dem letzten Angriff die Chance auf den Ausgleich. Emma wird von zwei Seiten gecheckt, behält aber die Körperkontrolle und macht den SpinShot zum 18:18. Der Torschiedsrichter pfeift die zwei Punkte. Die Freude ist riesig und man stellte sich schon auf das GoldenGoal ein. Was dann folgte lässt sich nur schwer in Worte fassen. Die Schiedsrichter gaben TimeOut und berieten sich lange. Der Feldschiedsrichter hatte einen Übertritt wahrgenommen und setzte sich mit dieser Entscheidung gegen seinen Kollegen durch. „Das ist nicht nachvollziehbar, es kann nur Tor oder Strafwurf sein!“, kritisierte Trainer Dominik Stelzer vor allem den letzten Pfiff der Unparteiischen: „Wir konnten es aber nicht mehr ändern, daher mussten wir schnell die Mädels und unsere Eltern beruhigen und den Fokus auf die Konzentration für das ShootOut legen. Ziel war es, eine ‚Jetzt-erst-Recht-Mentalität‘ herzustellen.“
Wieder fehlten nur wenige Zentimeter für eine frühere Vorentscheidung, am Ende stand dennoch ein hochverdienter 5:2-Erfolg (2:1 – 28:10, 16:18, 5:2).

Im Spiel um Platz fünf warteten die Gastgeberinnen von den Lechfeld Kobras. In beiden Sätzen schaffte es kein Team, sich entscheidend abzusetzen. So nutzten die Bazis die minimalen Vorteile vor und die Kobras den kleinen Vorsprung nach der Pause zu den Satzgewinnen: 1:1 (23:22, 20:21). Erneut ging es über die Nervenschlacht ShootOut und nach fünf Schützinnen sicherten sich die Gastgeberinnen glücklich den fünften Platz (6:8).

Mit dem sechsten Platz verteidigten die Beach Bazis die bayerische Vizemeisterschaft in der BBT. Seit diesem Wochenende steht aber leider auch fest, dass man die rund 120 Punkte in der GBO nicht mehr aufholen kann und damit die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft verpasst hat.

Trainer Moritz Popp: „Man hat am Sonntag vor allem in den beiden Halbzeiten gegen die Moskitos und in der ersten Halbzeit gegen Geislingen gesehen, warum die Entscheidung sich für die Deutsche Meisterschaft qualifizieren zu wollen die richtige war. Das es am Ende im Ergebnis nicht gereicht hat verschleiert die Leistung der Spielerinnen etwas. Ich hoffe, dass sie ohne den ‚Druck‘ jetzt in Renningen sich noch einmal mit einem tollen Turnier belohnen können.“

Jetzt heißt es: Kopf hoch und das letzte Beachturnier einfach genießen und nochmal zu zeigen, was in den Beach Bazis 2026 steckt.

Silbermedaillengewinnerinnen:
55 Hannah (Tor) – 7 Anna, 25 Helli, 26 Natana, 27 Sarah, 34 Marie, 36 Lilli, 47 Lara, 49 Melissa, 53 Ida, 54 Lisa, 56 Lena, 79 Selina, 95 Maia, 99 Emma
Trainerteam: Inge Schobert, Bruna Fruk, Moritz Popp, Dominik Stelzer